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Das Endocannabinoid System – Glück im Inneren

Wer den Titel liest und sich fragt, was es mit dem Endocannabinoid-System auf sich hat, ist hier genau richtig. Stück für Stück erklärt der Artikel worum es sich bei dem System, mit dem endlos lang erscheinendem Titel handelt, wo es zu finden ist und wie es funktioniert.

Etwas Glückseligkeit im eigenen Körper – Aufbau und Funktion

Um zu erklären, wofür das Endocannabinoid-System wichtig ist, ist es nötig etwas weiter zurück in die Vergangenheit zu schauen. Mitte der 1960er Jahre ungefähr entdeckten die israelischen Forscher Mechoulam und Gaoni, dass der THC Wirkstoff im Cannabis sich psychoaktiv auf den Menschen auswirkt. Sie hörten dann natürlich nicht auf zu forschen. Denn kurz danach finden Mechoulam und Gaoni heraus, dass sich die Transformationsprodukte, die Cannabinoide, die sie in den Hanfpflanzen fanden, sich im Menschen als körpereigene Substanzen befinden. Diese körpereigenen Substanzen, die sie Anandamid, nach dem indischen Sanskrit der Glückseligkeit benannten, haben ähnliche pharmakologische Eigenschaften wie die Cannabinoide in den Hanfpflanzen.

Das Endocannabinoid-System ist also in erster Linie ein Teil des menschlichen Nervensystems, in welchem beispielsweise das Cannabis wirkt.
Dieses System besteht aus zwei Rezeptoren, dem CB1 und CB2, die sich über den ganzen menschlichen Körper verteilen und auf unterschiedliche Prozesse darin Einfluss haben. Bei der Erklärung der Rezeptoren ist vorwegzunehmen, dass die Forschungen rund um das Endocannabinoid-System ständig weiterlaufen und noch nicht vollständig beendet sind. Aus diesem Grund fanden die Forscher bislang nur heraus, dass der CB2-Rezeptor für die Immunabwehr zuständig ist.

Über den CB1-Rezeptor dagegen, wissen die Forscher allerdings weit aus mehr. Nämlich, dass er sich überwiegend im Gehirn, aber auch in Organen wie Nieren und Darm, befindet. Die Konzentration von CB1-Rezeptoren ist öfter in Hirnregionen zu finden, die für die Bewegungssteuerung, die Informationsverarbeitung und den Zugriff auf das Arbeits- und Kurzzeitgedächtnis, zuständig sind. Außerdem sind die CB1-Rezeptoren im menschlichen Nervensystem besonders wichtig für die Motivation, die kognitiven Funktionen, sowie für die Gedächtnisbildung. Das Endocannabinoid-System spielt außerdem eine wichtige Rolle bei der Aktivierung von Neurotransmittern wie Glutamat und Dopamin, dem Glückshormon.

Cannabinoide und ihr Namensgeber

Nach einem kurzen und gewiss nicht vollständigen ersten Überblick des Endocannabinoid-Systems ist es an der Zeit näher auf den Namensgeber der Cannabinoide, dem Cannabis, und den Einfluss, den er auf das System nimmt, einzugehen.

Der Wirkstoff THC, der sich in der Hanfpflanze befindet, bindet an die CB1-Rezeptoren und beeinflusst die Prozesse, die von den Rezeptoren gesteuert werden. THC wird langsam abgebaut und arbeitet viel länger und viel aktiver im Körper. Durch das Binden an die CB1-Rezeptoren werden diese manipuliert und die Informationsverarbeitung, vor allem das Arbeits- und Kurzzeitgedächtnis, wird verändert und gestört. Die Gedächtnisleistung nimmt bei einem langfristigen Konsum ab und erholt sich erst dann wieder, wenn es zu einer Abstinenz kommt. Außerdem schüttet der Wirkstoff THC im menschlichen Körper Dopamin aus, ähnlich wie das körpereigene Endocannabinoide-System. Natürlich reagiert jeder Mensch und jedes Cannabinoid-System anders auf den Wirkstoff THC. Obwohl die Forschungen über das Endocannabinoid-System längst nicht zu Ende ist, lässt dieser Artikel einen kurzen Überblick über dieses Thema verschaffen. Eine erste Klarheit über ein System herzustellen, welches nicht mehr zu unterschätzen ist.